Der Start - es geht los!

Mit Guido & Ralf in die Ostsee


Sonnenuntergang

Nach ein paar, corona-bedingten, Verschiebungen startet es nun, das große Abenteuer. Auf der 1. Etappe begleiten mich Guido und Ralf.

 

Hier die Törndaten:

Start/Ziel: Workum
Skipper: Charly
Crew: Bernd, Guido, Mona und Ralf
Schiffsname: Jan van Gent
Schiffstyp: Bavaria 37 cruiser
Vercharterer: Charly
Basishafen: It Soal
Zeitraum: 14 Tage
Zeitpunkt: 25.06. - 09.07.2021
Kosten: nach Vereinbarung
zzgl. Anreise u. Bordkasse

 

Der Törnverlauf

Legende: (beim Klick auf das Symbol werden weitere Informationen angezeigt)

Hafen oder Marina mit Anlegemöglichkeit
Ankerplatz (evtl. mit Mooring-Bojen)
Insel

1. Tag
Samstag, 26.06.2021

Stavoren - Grou
bedeckt, später sonnig
27,3 sm / 5:52h


26.06. Stavoren - Grou 27,3 sm / 5:52h
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Auf die niederl. Bahn kann man sich verlassen. So klappte die Einreise von Ralf und Guido trotz viermaligem Umsteigen reibungslos und um kurz vor 17 Uhr standen die beiden gestern am Schiff.

Nach einem großen Hallo verabschiedet sich Mona. Alles, was sie mitnehmen muss ist schon im Avensis verstaut. Leider nimmt sie auch das Bordrad und das Schlauchboot mit.

Schnell war es 18.30 Uhr und es ging wieder zum It Alde Hearehûs Leider hat Guido die Pizza nicht geschmeckt. Ralf und meinereiner waren zufrieden.

Gestern haben wir uns auf die altbewährte 8-9-10 Regel geeinigt. Also habe ich meinen Wecker eine Stunde vor gestellt, damit ich keinen Streß habe. Heute geht es (endlich) los. Und wir werden Binnen, entweder bis Lauwersoog oder bis Delfzijl fahren.

Doch zuerst geht es mit dem Schiff zum COOP. Der hat einen Liegeplatz direkt vor dem Eingang. Zu dumm das der Brúckenchefe Mittag macht. Pünktlich um 13 Uhr springt die Anzeige von Doppelt-Rot auf Einfach-Rot. Wir machen uns klar und wollen gerade ablegen als 2 Drängler von hinten aufkommen. Wir warten mit dem Ablegen. Die beiden Drängler rauschen durch die Brücke. Als wir endlich auch ablegen können, geht die Brücke schon wieder zu. Aber nach ein paar Min. schaltet die Anzeige wieder auf Rot-Grün, die Brücke hebt sich und bei Grün passieren wir die Brücke und haben freie Fahrt. Bis zur nächsten von gefühlt 100 Brücken.

Da ein Mitsegler nicht sooo sehr seefest ist und auch der Wind die nächsten Tage aus NO kommen soll, entscheiden wir uns, zumindest bis Lauwersoog Binnen über die Staande Mast-Route zu fahren. Mein Vorschlag, zumindest bis Harlingen "außenrum" zu segeln findet leider keine Zustimmung. Naja, der Dieseltank ist voll und sooo schlimm sind 2 Tage motoren auch nicht.

Wir motoren auf dem Prinses-Margriet-Kanaal Richtung Grou.

Es geht vorbei an Koudum und Heeg. Beides mir gut bekannt. Irgendwie seltsam, das ich diese Orte sehr wahrscheinlich für die nächsten Jahren nicht mehr sehe.

Kanal fahren ist nicht sehr interessant. Der Reiz durch das flache Holland zu fahren, lässt bald nach. Wenigstens die vielen Brücken machen die Reise kurzweilig.

In Grou ist dann Schluss für den 1. Tag. Der Versuch, den Meldesteg des 1. Hafens zu erreichen, scheitert an zu geringer Wassertiefe. Wir sprechen ein vorbei kommendes Polizeiboot an, ob der vor uns liegende Hafen wohl genug Tiefgang hätte. Die beiden Polizisten sind so nett und fahren eine Runde durch den Hafen. Alles ok, überall knapp 2m. Allerdings können sie sich die Bemerkung, wir sollten doch einfach in die Karte schauen, nicht verkneifen.

Wir können zwar in die Boxengasse, jedoch reicht hier die Wassertiefe in den Boxen nicht aus. Ich bleibe 3m vor dem Steg stehen. Keine Chance. So fahren wir wieder raus auf den Princes Margietkanaal. Ein freundlicher Mensch zeigt uns den Weg zu weiteren Liegeplätzen, die auch ausreichend tief sein sollen. Wir tasten uns durch das untiefe Fahrwasser und finden tatsächlich bei der Zeilmakerij Molenaar einen schönen Liegeplatz. 2 junge Männer nehmen unsere Leinen an und schalten sogar den Strom frei. Und man kann die (sehr guten) Toiletten des nahen Hellingshaven benutzen.


(1) Zeilmakerij Molenaar (2) Liegeplatz in Grou

2. Tag
Sonntag, 27.06.2021

Grou - Dokkum
sonnig
24,2 sm / 4:57h


27.06. Grou - Dokkum 24,2 sm / 4:57h
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Der Tag beginnt mit blauem Himmel und Wind, den wir nicht gebrauchen können. Wir versuchen uns noch in Navigation und verstehen die App einfach nicht, die uns immer wieder zurück nach Stavoren und über die Nordsee schicken will. Nach ein paar vergeblichen Versuchen, die App zu überzeugen, das es auch für die Jan einen Weg Binnen geben muss, fragen wir den Segler von nebenan. Ja, wir können über Leeuwarden und Dokkum bis nach Delfzijl fahren.

Auf dem Weg kommt auch die Erinnerung nach. Vor ein paar Jahren bin ich schon mal die Strecke in umgekehrter Richtung gefahren. Damals tobte ein kleiner Sturm auf der Nordsee und wir haben uns nach Binnen verkrochen. Eine Tour, die ich auch nicht vergessen werde.

Wir fahren durch Leeuwarden, an schönen Liegeplätzen vorbei, die zum Verweilen einladen. Währe ich alleine unterwegs, würde ich hier sicher ein paar Tage "hängen" bleiben. Doch so fahren wir weiter. Km für Km spulen wir ab. In Dokkum finden wir einen schönen Liegeplatz. Hier gibt es Strom und auch der Müll wird abgeholt.

Wir diskutieren, ob es heute die von gestern übrig gebliebenen Frikos gibt oder was wir kochen. Irgendwann entscheide ich einfach. Es gibt die Spaghetti mit Bolo. Guido kocht und zaubert eine sehr leckere Bolo. Dann ist auch dieser Tag (fast) zu Ende. Wir reden noch kurz über die Planung für die nächsten Tage und beschliessen, morgen schon den 1. Hafentag einzulegen.

Hier der Wetterbericht von Sonntagmorgen:

Marifoonbericht
zondag 27 juni 2021 05.31 uur

Waarschuwing voor de scheepvaart:
Hoek van Holland IJmuiden
noordoost 6
Overige districten:
geen waarschuwing

Weeroverzicht:
Een rug boven de noordelijke Noordzee verandert weinig. Trog boven Noord-Frankrijk beweegt later in de middag en avond noordwaarts over de Noordzee en Nederland.
Verwachting van 08:00 tot 20:00 uur:
noordoost 3-4, toenemend 4-5,zicht goed, eerst lokaal matig
Delfzijl
noordoost 3-4, toenemend 4-5,zicht matig tot goed, eerst mogelijk slecht

Verwachting van 20:00 tot 08:00 uur:
Delfzijl
oost tot noordoost 4-5,kleine kans op een bui,zicht goed, in neerslag mogelijk matig


(1) Designer Hebebruecke (2) Designer Hebebruecke2 (3) alter Schlepper


(1) Banken oder Versicherungviertel (2) Parkanlage (3) Skipper gluecklich (4) Kanalfahrt

3. Tag
Montag, 28.06.2021

Dokkum - Hafentag

Die Wolken am Himmel verziehen sich schnell und die Sonne kommt raus. Wir frühstücken draußen und genießen das schöne Wetter. Heute haben wir keinen Streß (wir haben aber sonst auch nie Streß). Nach dem 1. Kaffee gehen wir zu den Duschen. Wir nehmen allerdings nicht die Dusche am anderen Ende der Stadt (in der Ralf gestern war), sondern die direkt hier am Liegeplatz. Naja, nicht direkt, sondern schon auf dem nahe gelegenen Campingplatz. Für 1 Euro gibt es 5 Min. heißes, naja warmes, Wasser. Und das auch nur, wenn man den Knopf in die richtige Richtung dreht. Nicht wahr, Guido?

Während Ralf und Guido Dokkum erkunden, bleibe ich auf dem Schiff und erledige ein wenig privaten Kram.

Am Nachmittag bringt Ralf für jeden ein Plunderteilchen zum Kaffee mit. Sind auf jeden Fall besser als die Frikandel im Blätterteig, die Guido mitgebracht hat.

Ich besorge mir noch den Wetterbericht:

Marifoonbericht
maandag 28 juni 2021 11.57 uur

Waarschuwing voor de scheepvaart:

Er zijn geen waarschuwingen van kracht

Weeroverzicht:
Zwak laag met trog boven Belgie beweegt noordoostwaarts naar Duitsland
Verwachting van 14:00 tot 02:00 uur:
Delfzijl
noordoost 3-4, ruimend noord tot noordoost, later toenemend 4-5,later enkele buien, mogelijk met onweer,zicht goed, in neerslag matig tot slecht, later afnemend matig
Verwachting van 02:00 tot 14:00 uur:
Delfzijl Harlingen
noord tot noordoost 4-5,kans op een bui,zicht matig tot slecht, oplopend matig tot goed

Ralf und ich laufen zum Aldi, der nicht weit vom Hafen entfernt ist, und besorgen neuen O-Saft. Der Watersportbedrij Van der Zwaag direkt neben dem Aldi gibt es schon seit 10 Jahren nicht mehr. Also Google bekommt auch nicht alles mit. Ralf láuft zum Baumarkt GAMMA. Dort gibt es für 34 Euro eine volle Flasche Camping Gaz.

Heute gibt es die restlichen Spaghetti von gestern und eine aufgewärmte Friko mit gebratenen Kartoffelstampf. Nach dem Aufklaren gehen wir noch in den Ort. Dokkum ist ein nettes Städtchen. Dann ist auch schon der 3. Tag vorbei.


(1) Impressionen Dokkum (2) Impressionen Dokkum (3) Impressionen Dokkum


(1) die Jan in Dokkum (2) schoener Blumenladen (3) Impressionen Dokkum

4. Tag
Dienstag, 29.06.2021

Dokkum - Lauwersoog
N4, bedeckt
14,2 sm / 3:03h


29.06. Dokkum - Lauwersoog 14,2 sm / 3:03h
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Heute morgen begrüßt uns keine Sonne. Es ist bedeckt, aber es regnet nicht. Weit haben wir es auch nicht. Tagesziel heute ist Lauwersoog. Das sind nur 14sm.

Wir brauchen gut 3 Std. dafür. Auch wenn die Brücken und Schleusen recht zügig öffnen, dauert es doch alles etwas. Wir legen uns in den Visserhafen auf der Waddenzeeseite. Es fängt an zu nieseln und der Wind pfeift durchs Rigg.

Ich bereite alles zum Fussball-gucken vor. Das Bier wird kalt gestellt, die Erdnüsse und Chips liegen bereit, der Stream ist programmiert. Jetzt kann der Anpfiff kommen.

Leider verliert Deutschland gegen England 2:0 und scheidet damit aus der EM aus.

5. Tag
Mittwocch, 30.06.2021

Lauwersoog - Norderney
N4, später N-NW3, bedeckt
57,5 sm / 10:00h


30.06. Lauwersoog - Norderney 57,5 sm / 10:00h
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Wir wollen um 6 Uhr ablegen. Also um 1/2 6 raus aus der Koje, eine Katzenwäsche und einen Latte. Pünktlich um 6 Uhr lösen wir die Leinen. Wir setzen direkt nach der Hafenausfahrt die Segel. Zumindest für die ersten 5 Seemeilen. Dann geht es für die nähsten 4 sm gegenan. Wir haben Wind gegen Strom. In einem Seegat nicht ohne. Die Wellen türmen sich an der Ausfahrt sehr extrem auf. Man hat das Gefühl in einer Waschmaschine zu stecken.

Schon vor dem letzten Tonnenpaar kommt das Vorsegel für die nächsten 30sm raus. Vor uns sehen wir den Kollegen, der mit seinem kleinen 2-Master heute morgen kurz vor uns gestartet ist. Die Bedingungen sind nicht sonnig, aber es könnte (viel) schlimmer sein. Aber frisch ist es. Und ab und zu nieselt es ein wenig. Gottseidank regnet es sich nicht ein.

Leider erwischt es Ralf. Seekrank! Und das so richtig. Für den Rest des Tages fällt er aus. Guido hält sich wacker. Aber auch mir wird ein wenig blümerant. Die Ursache ist aber schnell gefunden. Es ist schon 1/2 10 und ich hab noch nicht gefrühstückt. Also schnell ein Brot gemúmmelt und schon geht es mir wieder gut.

Unterwegs lässt der Wind nach und da ich sowieso ein wenig mehr Abstand zu den Inseln haben möchte, mache ich für 10 sm den Diesel an, rolle die Genua ein und motore hoch am Wind. 2 Stunden später können wir den Motor wieder ausmachen. Die letzten 14sm ist wieder schönstes Segeln. Leider nicht für Ralf, der sich von seiner Seekrankheit nicht erholt.

Um 17 Uhr machen wir im Sportboothafen Norderney auf Norderney fest. Leider übersehe ich ein rotes Schild, das in der Ecke vom Liegeplatz hängt. Das bringt uns einen blöden Kommentar vom Hafenmeister ein. Und wir müssen wieder ablegen und uns einen Platz mit einem grünen Schild suchen. Ich finde eine zugegebnermaßen schmale Lücke neben einer Segelyacht. Als ich gerade an den Dalben vorbei bin werde ich von unserem Nachbarn, der in luftiger Höhe am Vorstag hängt angesprochen. Nein, wir könnten jetzt nicht anlegen! Er wäre gerade dabei, eine winzige Schraube anzubringen und wir sollten doch nicht jetzt anlegen. Also fahre ich wieder raus und warte, bis er die Reparatur (erfolgreich!) beendet. Dann quetsche ich die Jan, in die wirklich etwas zu schmale Lücke.

Ralf geht es direkt besser. Und so fangen wir, nachdem wir die Hafengebühren bezahlt haben, direkt mit dem Kochen an. Heute gibt es den Lachs mit Nudeln.

Wir stellen wieder einmal fest, die Hafengebühren auf den Inseln sind deutlich höher. 19,80 Euro zahlen wir für die Jan. Hinzu kommt je Person eine Service(?)-Gebúhr in Höhe von 4 Euro und eine Touristensteuer in Höhe von 2,50 Euro.

6. Tag
Donnerstag, 01.07.2021

bedeckt
Norderney - Hafentag

Heute bleiben wir im Hafen.


Hafen Norderney


(1) Seglerverein Norderney (2) Impressionen Norderney


Impressionen Norderney

7. Tag
Freitag, 02.07.2021

Norderney - Helgoland
W3, später W2, sonnig
45,8 sm / 9:56h


02.07. Norderney - Helgoland 45,8 sm / 9:56h
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Wir starten um 1/2 9 bei (fast) blauem Himmel, ablaufendem Wasser und einem leichten 3er Westwind. So können wir direkt nach der Hafenausfahrt die Segel setzen. Der Strom nimmt uns mit und recht schnell passieren wir die D2 und setzen den Kurs auf die TG9/Weser2 ab. Von dort aus geht es direkt auf die Helgoland-O, eine der wenigen Glockentonnen in der Nordsee.


auf dem Weg nach Helgoland

Die See ist ruhig und der Himmel wird immer blauer. Mir wird es in der Sonne zu warm, also verziehe ich mich nach unten und lege mich auf die Salonbank. Die Jan ist in guten Händen und wenn was wäre, würde mich Ralf sicher wecken. Keine Wolken = kein Wind (jedenfalls hier in diesen Breiten) hat mir mein Segellehrer mal erzählt. Und mit zuneehmendem blauen Himmel wird auch heute der Wind weniger. Ich bin kurz davor, den Diesel zu starten. Folge aber meiner Regel. 10 Min. warten, bevor man etwas unternimmt. Und tatsächlich, der Wind kommt wieder und die Logge klettert wieder auf 4 kn. Allerdings dreht er auch ein wenig. So können wir den Kurs auf Helgoland nicht mehr anlegen.

Nach 9 1/2 Std. stehen wir unterhalb der Ansteuerungstonne. Wir bergen die Segel und fahren die letzten Meter unter Maschine.

Im Südhafen ist es etwas voller als erwartet. Wir machen als 4. Schiff auf Päckchen an der Ostkade fest. Schnell ist eine Landleine und das Stromkabel gelegt. Nun haben wir uns unseren Anleger redlich verdient.

Das Abendessen ist schon fertig und muss nur noch warm gemacht werden. Prima. Ralf läuft noch zum Hafenmeister. Der hat aber schon Feierabend. Auf dem Rückweg schaut er bei den Duschen vorbei. Die sind aufgrund von Corona immer noch geschlossen. Die Benutzung der Toilette kostet 1 Euro. Duschen würde 0,50 Euro/Min. kosten.

8. Tag
Samstag, 03.07.2021

bedeckt, später sonnig
Helgoland - Hafentag

Trotz Hafentag weckt mich Ralf um 1/2 6. Unsere Nachbarn wollen um 6 Uhr los und liegen dummerweise innen. Also Strom und Landleine einholen, Instrumente und Diesel an. Wir lösen uns vom Päkchen und dürfen innen anlegen, da die 2 anderen Schiffe alle vor uns starten wollen.

Wir erkunden, jeder für sich, Helgoland. Es ist mein 3. Besuch auf dieser einzigen deutschen Hochseeinsel. Ich fahre mit dem Aufzug in die Oberstadt und laufe bis zur Lange Anna. dem Wahrzeichen von Helgoland.

Auf dem Rückweg besorge ich für Mona ein Parfum und stocke unsere Biervorräte auf. Auf Helgoland bekommt man pfand- und steuerfreie Bierdosen, da Helgoland steuerbefreit ist. Allerdings darf man das Bier nur an Bord trinken und auf keinen Fall wieder nach Deutschland einführen. Und ich besorge ein Rinderfilet. Das ist zwar tiefgeforen (was den Geschmack nicht mindert), dafür aber unschlagbar günstig. Knapp 15 Euro/Kilo für bestes brasilianisches Rinderfilet ist doch genial.

Daher gibt es heute Abend jede Menge Fleisch und dazu einen Berg Bratkartoffel. So richtig mit Speck und Zwiebel.


(1) Rinderfilet (2) mit Bratkartoffel


Abendstimmung

9. Tag
Sonntag, 04.07.2021

Helgoland - Cuxhaven
bedeckt, später sonnig
41,2 sm / 9:01h


04.07. Helgoland - Cuxhaven 41,2 sm / 9:01h
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Um 9 Uhr macht die Tanke auf. Der Diesel ist zwar nicht sooo günstig wie gedacht (1,01 Euro), aber es lohnt sich. 43l verschwinden im Tank der Jan. Das macht einen durschn. Verbrauch von 2l je Stunde. Wir sind die 2. an der Tanke und so geht es schnell. Knapp 20 Min. später verlassen wir Helgoland und nehmen Kurs auf Cuxhaven. Wir versuchen es mit segeln, aber die Richtung passt nicht. Es sei denn, wir wollten nach Dänemark. Also Vorsegel weg und Diesel an. 1 1/2 Stunden später haben wir so viel Höhe gut gemacht, das wir segeln könnten. Wenn, ja wenn Wind wäre. Das laue Lüftchen taugt nix Also brummelt der Diesel weiter. Das bleibt auch so bis Cuxhaen.

Um 17 Uhr legen wir nach 41sm im SVG Cuxhaven fest. Es gibt einen kalten Anleger (der Kühlschrank läuft bei Motorfahrt immer). Ich beende die SaveTRX -Route, aktualisiere mein Logbuch und beginne mit dem Abendessen. Die Vorbereitungen sind schon während der Fahrt erledigt. So kann es direkt los gehen.

Eine 1/2 Stunde später steht ein kleiner Berg Bratkartoffel auf dem Salontisch. Dazu ein wirklich gutes Stück Rinderfilet (auf Helgoland für 15 Euro/Kilo erststanden). Dazu reiche ich eine Pfeffer-Rahmsoße. Der frische Salat war leider nicht mehr frisch und wandert nicht auf den Tisch, sondern in die Tonne. Ich schmeiße nicht gerne Lebensmittel weg, aber manchmal verkalkuliert man sich ein wenig, was die Mengen angeht.

Hungrig machen wir uns über das Essen her und dezimieren fleißig Fleisch und Bratkartoffel. Nach dem Essen klaren wir die Jan auf und ich laufe noch schnell zu den Duschen (mit Karte und es wird 1 Euro abgebucht). Man bezahlt die Hafengebühr im Hafenmeisterbüro an einem Automaten.

Marifoonbericht
Küstenseewetterbericht
herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst, Seewetterdienst Hamburg am 05.07.2021, 09.51 UTC.
Vorhersage bis Dienstag Abend:

Nordseeküste:
Ostfriesische Küste:
Südwest 3 bis 4, vorübergehend südostdrehend, später zunehmend um 5, zeitweise Gewitterböen.
Elbmündung:
Südwest 3 bis 4, vorübergehend südostdrehend, später etwas zunehmend, zeitweise Gewitterböen.
Helgoland:
Südwest 3 bis 4, vorübergehend südostdrehend, später etwas zunehmend, zeitweise Gewitterböen, See zunehmend 1 Meter.
Nordfriesische Küste:
Südwest 3 bis 4, vorübergehend südostdrehend, später etwas zunehmend, zeitweise Gewitterböen.
Elbe von Hamburg bis Cuxhaven:
Südwest um 3, vorübergehend südostdrehend, später etwas zunehmend, zeitweise Gewitterböen.

Ostseeküste:
Flensburg bis Fehmarn:
Südliche Winde 3 bis 4, später etwas zunehmend, zeitweise Gewitterböen.
Östlich Fehmarn bis Rügen:
Südliche Winde 3 bis 4, später etwas zunehmend, zeitweise Gewitterböen.
Östlich Rügen:
Südöstliche Winde 3, vorübergehend südwestdrehend, etwas zunehmend, zeitweise Gewitterböen.

10. Tag
Montag, 05.07.2021

Helgoland - Cuxhaven - Rensburg
bedeckt, später sonnig
54,6 sm / 9:45h


05.07. Helgoland - Cuxhaven - Rensburg 54,6 sm / 9:45h
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Um 1/4 nach 8 lösen wir die Leinen und tuckern Richtung Brunsbüttel

Den Versuch zu segeln geben wir schnell wieder auf. So brummelt der Diesel bis zur Einfahrt in den NOK. Hier warten schon einige Sportboote auf die Einfahrt in die Schleuse. Claudia kommt mit dem Strandläufer 2 an und informiert uns, das wir hinter einem Berufsschiff in die Neue Schleuse einfahren dürfen. Sie ist so freundlich und nimmt uns mit.

Ich erobere mir auf dem Weg zur Schleuse die Polposition. Kurz darauf öffnet sich das Tor und wir sind im NOK. Wir wollen bis nach Rensburg.


(1) Polposition (2) dicker Pott (3) beindruckender Bug


(1) das grosse Tor zum NOK (2) Torsegment (3) auf dem NOK

Vor Rensburg machen wir im Büdelsdorfer Yachtclub fest. Hier liegt man für 12 Euro (2 Euro Strom) sehr gut. Und das Sanitäranlagen sind sehr gepflegt (Duschen kosten 0,50 Cent, Code war im Juli 2021 1432). Und Aldi sowie Edeka sind nur ein paar Gehminuten vom Hafen entfernt.

Nach dem Anleger gehen wir los und stocken bei Aldi unseren Proviant auf. Und besorgen auch etwas Süss für unsere Naschkatze und Jüngsten. (na, wer errät wen ich meine?).


Buedelsdorfer Yachtclub

11. Tag
Dienstag, 06.07.2021

Rensburg - Holtenau - Laboe
sonnig, später bedeckt
22,1 sm / 4:22h


06.07. Rensburg - Holtenau - Laboe 22,1 sm / 4:22h
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Heute stehen noch knapp 4 Std. Kanalfahrt an. Wir verlassen den netten Hafen bei Rensburg und laufen mit Marschfahrt Richtung Schleuse Kiel-Holtenau. Das Wetter ist gut, es regnet nicht und langsam reißt die Bewölkung auf. Um 12 Uhr stehen wir vor der Schleuse und können direkt einfahren. Sehr gut. Diesmal kommt auch kein Dicker mit in die Schleuse. Es werden nur Sportboote geschleust. Ist schon etwas ungewohnt in so einer riesigen Schleuse zu sein.

Dann öffnet sich das große Tor und die Jan ist in der Ostsee. Wir können nach der Ausfahrt die Genua setzen und lassen uns von ihr die wenigen Seemeilen bis Laboe vom Vorsegel ziehen.

Bereits um 14 Uhr stehen wir vor der Marina Laboe und bergen die Genua. Maschine an und eine 1/4 Std. später liegen wir fest in Box E61. Der Hafenmeister kommt erst um 19 Uhr.

Die Wolken verziehen sich auf die Ostsee und wir machen uns auf. Ein wenig die Füße vertreten. An der 1. Fischbude bleiben wir stehen und gönnen uns erst einmal ein Matjesbrot. Wie heißt es: Ein Tag ohne Fischbrötchen ist möglich, aber sinnlos.

Ich entdecke ein Niro-Geschäft und erkundige mich nach einer zusätzlichen Halterung für den Superwind. Ich diskutiere mit dem Verkäufer die verschiedenen Möglichkeiten. Muss noch einmal alles messen und üerlegen.

Wir schlendern über die Promenade und setzen uns auf ein Radler ins Eiskaffee.


Radler

Ach, das Leben ist doch schön. Vergessen ist die öde Kanaltour, die Untiefen auf der Staane-Mast-Route. Das Wetter ist schön, es ist Sommer und ich habe noch viele Wochen Ostsee vor mir. Einfach genial.


(1) Radler (2) Strandkoerbe

12. Tag
Mittwoch, 07.07.2021

Laboe - Maasholm
S4, sonnig
21,8 sm / 4:37h


07.07. Laboe - Maasholm 21,8 sm / 4:37h
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Wind soll es nur am Vormittag geben. Also trödeln wir nicht allzu lange und machen uns recht früh auf den Weg nach Maasholm. Die Entscheidung, nur mit der Genua zu segeln, revidieren wir recht schnell (nachdem eine Reihe von Schiffen an uns vorbei gezogen sind). Eine Regatta wollen wir nicht fahren, aber als letzter in den Hafen einlaufen, wollen wir auch nicht. Also setzen wir noch das Groß und mit 14kn Wind geht es recht flott Richtung Maasholm.

Bereits kurz vor 14 Uhr stehen wir vor der Einfahrt zur Schlei und bergen das Vorsegel. Dann geht es nur unter Groß und Motor auf Standby weiter bis zum Hafen. Hier legen wir uns in die letzte Reihe. Platz ist noch genug vorhanden. Nach und nach fúllt er sich aber. So werden die Boxen mit grün immer weniger.


(1) Leuchtturm (2) Raddampfer vor der Giftbude (3) Hafen Maasholm (4) Fischermen (5) Fussbald EM

13. Tag
Donnerstag, 08.07.2021

Maasholm - Kappeln
N1-2, bedeckt
3,0 sm / 0:39h


08.07. Maasholm - Kappeln 3,0 sm / 0:39h
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Nun neigt sich der Törn langsam dem Ende zu. Morgen ist schon die letzte Etappe, die uns nach Schleswig führen soll. Doch heute geht es nur bis nach Kappeln. Das ist nicht wirklich weit. Nur 3 sm motoren wir bis vor die Kappelner Brücke. Ich versemmle das Anlegemanöver 2 mal. Und das, obwohl mich Ralf vorgewarnt hat, das hier in der Schlei eine Strömung das Anlegen durchaus erschweren kann. Ich unterschätze sie und liege recht schnell quer in der Box. Den 1. Versuch breche ich ab, beim 2. beiße ich die Zähne zusammen und gebe ein wenig mehr Gas. Aber wie bei den vielen Anlegemanövern vorher geht nix kaputt und wir liegen letztendlich in der Box. Geärgert habe ich mich aber doch. Vor allem, weil Ralf mich vorgewarnt hat.


(1) Ansteuerung Kappeln (2) die Jan in Kappeln (3) Bruecke Kappeln

14. (und letzter) Tag
Freitag, 09.07.2021

Kappeln - Schleswig
N1-2, bedeckt, Gewitter
19,0 sm / 4:05h


09.07. Kappeln - Schleswig 19,0 sm / 4:05h
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Heute verlässt mich meine Crew. Dafür kommt mein Schatz. Und es geht nach Schleswig. Dort liegt Peter mit seiner Westerley. Wir starten 5 Min. vor der Óffnung der Kappelner Brücke. Diese öffnet sich unter Protest mit (sehr) lautem Quitschen jede Stunde um x:45.

Diesmal sind alle Fender eingeholt und so ist es ein problemloses Ablegen. Nach der Brücke können wir für eine 1/2 Stunde segeln. Dann muss wieder der Diesel ran, damit wir die nächste Brückenöffnung erwischen. Die altertümliche Brücke bei Lindaunis öffnet pünktlich und so kann die Fahrt weitergehen. An BB bildet sich ein schweres Gewitter, das etwas schneller zieht als wir motoren können. Es bleibt freundlicherweise neben uns. Nur ist es schneller in Schleswig als wir. Also ankern wir auf der Große Breite und warten bei Kaffee und Kuchen ab, bis es sich ausgeregnet hat.

Dann gehen wir Ankerauf und motoren die letzten 2 sm bis zur Wiking Marina. Nach dem Anlegen gibt es heute ausnahmsweise keinen Anleger. Die beiden müssen ja noch fahren. Taschen sind schon gepackt. So warten die beiden ungeduldig auf Mona, die natürlich in einem Mega-Stau vor dem Elbtunnel steht. Doch dann ist sie da! Nach einem großen Hallo setzen die beiden sich in meinen Avensis und weg sind sie.

So endet die //Überführung// der Jan in die Ostsee. Bleibt mir nur noch übrig, ein Resümee zu ziehen.


(1) Bruecke Lindaunis (2) oeffnet sich


Moevenberg bei Schleswig


(1) Wiking Marina (2) Wiking Turm (3) professionelle Elektro Installation

Resümee

Es war ein Törn auf den Spuren vergangener Stationen. Nur Maasholm und die Schlei mit Maasholm, Kappeln und Schleswig waren mir unbekannt. Alle anderen Häfen kannte ich bereits aus früheren Törns. Das war ein wenig schade, gibt es in der Nordsee, dem manchmal sehr ungemütlichem und auch durchaus gefährlichem Revier noch jede Menge Orte, deren Besuch sich sicherlich lohnt. Aber irgendwann bringe ich die Jan zurück. Dann lasse ich mir mehr Zeit.

Wie immer am Ende eines Törns ein wenig Statistik. Wir waren ingesamt 13 Tage unterwegs. In diesen 13 Tagen haben wir 341sm in 66:12h zurück gelegt. Davon nur 116sm (34%) unter Segel. 225sm unter Motor. Dafür hat der Motor 49 Std. gelaufen und 54l verbraucht. Macht einen ø von 1,1 Liter je Stunde.

Wir haben in den 13 Tagen 3 Hafentage gemacht. So haben wir je Tag 34,1sm in 6:12 Std. zurück gelegt. Macht einen ø von 5,5kn.


Abendstimmung in der Marina Wiking